Sampl für die Bildung

„Bürgersein heißt sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen“
(Max Frisch.)

Die österreichische Schule, die Lehrerinnen und Lehrer leisten gute Arbeit. Dies wird durch eine Vielzahl von Untersuchungen und Umfragen bestätigt.

Wir brauchen auch in Zukunft ein


· gegliedertes und differenziertes Bildungssystem, das vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung alle Formen des Lehrens und Lernens umfasst. Die Chancengleichheit ist mir dabei ein besonderes Anliegen. Dabei ist es wichtig, dass nicht jeder das gleiche, sondern jeder das seine bekommt.

„Chancengleichheit besteht nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt.“


· Die Lehrerin, der Lehrer brauchen freie Arbeits- und Entscheidungsräume. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint es mir wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer Zeit haben um in Ruhe zu arbeiten. Eine permanente Schulreform, die ständig (unnötige) rasche Veränderungen bewirkt, ist nicht helfend, sondern hindert.


· Jede Zeit und jede Gesellschaft hat ihre pädagogischen Strömungen. In der Nachfolge von PISA entwickelt sich aber leise der Glaube, dass alles und jedes messbar zu sein hat. Gegen den Fetischismus der Messbarkeit muss klar Stellung bezogen werden. Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis von Beziehungs- und Leistungskultur. Vieles was in den Schulen passiert, kann nicht gemessen werden, nicht für alle pädagogischen Ziele können Maßstäbe definiert werden. Vieles entzieht sich der Standardisierung. Wie kann das Einfühlen in das Leid kranker Menschen, die Beseeltheit einer (selbstgefertigten) Krippendarstellung, die Großartigkeit einer musikalischen Komposition, das Einüben sozialer Verhaltensweisen, wie z.B. Verzeihen können, solidarisch sein, messen ?
Im Mittelpunkt des Erziehungsprozesses steht das Kind. Wir arbeiten damit in unseren Kindern, in den Menschen die Sehnsucht nach der bunten und interessanten Vielfalt des menschlichen Lebens geweckt wird und lebendig bleibt. Die Befähigung zu einem humanen sinnerfüllten und personalen Leben muß das Ziel jedes Bildungsprozesses sein.


· Unter Bildung verstehen wir vordergründig zu oft nur die schulische Ausbildung. Andere Teile des lebenslangen Bildungsprozesses (Kindergarten, Erwachsenenbildung) müssen aber stärker betont und gefördert werden. Das lebensbegleitende Lernen bleibt so lange Schlagwort bis wir nicht in unserer Grundeinstellung und Überzeugung ein klares Ja zu einem notwendigen, ständigen Bildungsprozess gesprochen haben.


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